alles wie immer

erstaunlicherweise neigt auch dieses jahr dem ende zu. vor sehr genau drei jahren waren zwei schlaganfälle das aktuelle thema, vor ebenso sehr genauen 25 jahren trat ich meine stelle beim arbeitgeber an. der kausale zusammenhang ist offensichtlich  da und doch nicht richtig.

ich war kurz tot und dann war covid und jetzt ist krieg und covid ist glaube ich immer noch – was soll man da groß planen. menschen kaufen dinge die sie nicht brauchen weil sie eben dinge kaufen können die sie nicht brauchen. andere menschen haben nicht mal genug geld um sich die billigmargarine aufs brot zu schmieren.

menschen sagen dinge zu von denen sie denken das sie diese dinge auch tun werden und wissen beim zusagen das sie eben diese dinge nicht leisten werden. menschen reden intensiver über themen die sie nicht betreffen als über themen bei denen sie selbst aktiv werden müssen.

ja nun.

alles wie immer. weiter machen.

Sitzen

06:20 Uhr.

Ich sitze hier, bezahle ein paar dienstliche Rechnungen, setze hier und da einen Haken und warte darauf das es Zeit wird das Haus zu verlassen. Der Mann ist schon weg, der Kater arbeitet draussen sein Futter ab und fängt irgendwas.

Diese Ruhe. Was ich wirklich zu schätzen gelernt habe ist einfach mal zu sitzen und schauen wie die Zeit verrinnt. Dieses Feature wurde erst vor gut zwei Jahren nach dem großen Doppelwumms freigeschaltet. Vorher stand ich so stark unter Strom das mit alles langsame fast schon Schmerzen bereitete.

Ich sitze hier und gucke wie es draussen langsam hell wird, freue mich das die neuen Fenster den Ausblick mit ihren Sprossen zwar Sechsteln aber das den Blick nicht trübt.

Sitzen, schauen, nichts denken, atmen. Schön.

Hormon-Präparat

Ich spiele im Internet herum und amüsiere mich über Umzugs-Rochaden auf Twitter hinzu Mastodon (wer kommt auf solche Namen?) oder eben auch nicht. Mich gibt es glaube ich fünf Mal in diesem Hormon-Präparat. Dezentral heisst halt auch das ich mir merken müsste das ich mich halt auf irgendeinem Server schon angemeldet habe. Nein.

Mir ist eigentlich egal wie das Tool heisst mit dem ich mich gerade amüsiere.  Ich gucke auf Instagram Fotos weil ich gerne Fotos gucke – Storys finde ich fast durchgehend zum einschlafen. TikTok ist die perfekte Einschlafvorbereitung – sinnloses Zeugs macht das Hirn schön leer. Und Twitter ist dafür da mich partiell abzulenken, wenn es das nicht mehr macht -ja nun.

Was wollte ich sagen. Ah. Ist einem schon mal aufgefallen das Elon Musk und Jeff Bezos die Parade-Besetzung für einen Bond-Schurken hergeben. (Schurke – sagt man das noch?) Reicher als Gott, global unterwegs und am Himmel fummeln sie auch herum.

Zwischendurch kaufte ich gerade einen riesigen Staubsauger der vermutlich eine eigene Postleitzahl bekommt. Wir haben neben neuen Fenstern in reichlich Räumen auch neue Fensterbänke bekommen. Abdecken ist ja schon und gut – aber fast immer sinnlos. Ich habe gerade in einer Suppe-Terrine Baustaub weggewischt. Oder war es die Urne der Oma? Na jedenfalls macht der feine Miele-Staubsauger enorme Hüstelgeräusche und klingt eher nach der verblichenen Großmutter als nach einem Staubsauger. Das neue Ding zieht die Nägel aus den Dielen. Ich werde das beobachten.

von der seitenlinie…

nimmt man sich zurück und beobachtet die welt mal eine weile von der seitenlinie kann man eigentlich nur noch zum ergebnis kommen das wir untergehen. ganz ohne fatalismus.

niemand hat antworten, annähernd jeder fordert irgendwas. aufmerksamkeit, geld, billige energie. die eigene meinung ist selbstredend die einzig richtige, andere meinungen sind das byte nicht wert auf dem sie geschrieben sind.

macht man das endgerät wieder aus und setzt sich in die sonne sieht die welt gleich wieder besser aus. illusionen sind halt schön.

Planlos

es ist der erste lange urlaub seit jahren den wir zuhause verbringen- gewollt. es stehen ein paar vorbereitungen rundums haus an, die machen wir lieber jetzt als das später in abendstunden oder wochenenden zu quetschen.

tatsächlich freue ich mich aber darüber das ich nirgends hin muss, keine fahrten machen muss und einfach mal unverplant in den tag reinleben kann. unverplante Zeit – mein inbegriff von luxus. und dem garten zusehen wie langsam der herbst einzieht, hatte ich in den ganzen jahren hier mit haus auch noch nicht. so soll es sein.

war was?

wieder mal ein start, wieder mal ein versuch gedanken und erlebtes festzuhalten die drüben ins alterswerk nicht reinpassen. ich scheitere regelmäßig daran den banalen alltag festzuhalten ohne konkrete personen zu nennen oder das erlebte so zu schildern das es zwar “anonym” aber für mich wiederfindbar ist. ich habe keine lust in jedem zweiten satz zu schreiben “kann ich nicht drüber schreiben”.

nichts ist beständiger als das ich was internet baue und es dann wieder wegen irgendwas einreisse. aber irgendwas ist ja immer unschick und ich schlafe besser wenn ich mir hier und da was aufschreibe. in diesem sinne: war was?